Verbesserungen der Modellierung der theoretischen Leistung
Die theoretische Leistung ist ein fundamentales Pfeiler der Leistungsanalyse im Novasense-Portal. Sie stellt die berechnete Leistung einer Solaranlage auf Basis der Wetterbedingungen und der technischen Merkmale der Anlage dar. Zwei Ansätze koexistieren für deren Berechnung: ein physikalisches Modell, vergleichbar mit einer detaillierten Simulation, und ein Machine-Learning-Modell, das auf der tatsächlichen historischen Produktion jedes Wechselrichters basiert. Die in diesem Artikel vorgestellten Verbesserungen betreffen hauptsächlich das physikalische Modell, das die am häufigsten verwendete Modellierungsmethode im Novasense-Portal ist.
Überblick über die Verbesserungen
Reduktion des saisonalen Bias
Das bisherige Modell neigte dazu, die Winterproduktion signifikant zu überschätzen. Das neue Modell ist optimiert, um die reale Leistung typischer Dachanlagen mit moderaten Modulneigungen bis zu 20° wesentlich treuer abzubilden. Diese Konfiguration entspricht der grossen Mehrheit der im Novasense-Portal überwachten Anlagen. Selbstverständlich liefert das Modell auch für steilere Neigungen weiterhin exzellente Ergebnisse.
Berücksichtigung der Degradation
Bisher basierte die Modellierung auf einer Degradationsannahme, die einer praktisch neuen Anlage entsprach. Infolgedessen wurde die Produktion älterer Anlagen systematisch überschätzt. Die neue Modellierung berücksichtigt nun das Inbetriebnahmedatum der Anlage und wendet einen festen Degradationssatz von 0,5% pro Betriebsjahr an. Dieser Wert basiert auf mehreren Meta-Studien und soll nicht nur die Moduldegradation, sondern auch den Anstieg der Mismatch-Verluste im Laufe der Zeit abbilden. Er berücksichtigt jedoch keine Verluste, die durch Wartung gemildert werden können, wie die zunehmende Verschmutzung oder die abnehmende Verfügbarkeit von Komponenten.
Berücksichtigung der maximalen Wechselrichterleistung
Künftig wird auch die Nenn- bzw. maximale Leistung der Wechselrichter in die Berechnung integriert. Dies ermöglicht eine realistischere Modellierung für Anlagen mit stark unterdimensionierten Wechselrichtern, eine zunehmend häufige Situation aufgrund von Begrenzungen der einspeisbaren Leistung ins Netz.
Berücksichtigung der Leistungsbegrenzung
Die künstliche Begrenzung der Anlagenleistung zur Einhaltung der Netzanschlussbedingungen ist eine rasant expandierende Praxis. Es ist nun auch möglich, diese Begrenzungen in die Anomalieneinordnung zu integrieren (Leistungssteuerung). Wenn Sie diese Funktionalität für Ihre Anlagen aktivieren möchten, zögern Sie nicht, den Support Ihres Resellers zu kontaktieren.
Machine Learning
Auch für maschinell gelernte Anlagen werden regelmässig Verbesserungen vorgenommen. Ähnlich wie konversationelle Agenten auf Basis grosser Sprachmodelle können Machine-Learning-Modelle gelegentlich halluzinieren oder ungenau sein, wenn der für das Training verwendete Datensatz nicht ausreichende Qualität aufweist. Optimierungen auf der Ebene des Modelltrainings wurden implementiert, insbesondere für Anlagen, deren Leistung dynamisch gesteuert wird.
Auswirkungen für die Nutzer
Ab dem Rollout dieser Änderungen Mitte Juli 2026 können die Kunden mit einer genaueren theoretischen Leistung rechnen. Ein Sprung in den berechneten Daten ist daher möglich, insbesondere im Hinblick auf den Energy Performance Index (EPI), ab diesem Zeitpunkt. Zu beachten ist, dass die Berechnung des Performance Ratio (PR) in keiner Weise beeinträchtigt wird, da sie auf der potenziellen Leistung und nicht auf der theoretischen Leistung basiert. Um mehr über diese Kennzahlen zu erfahren, besuchen Sie bitte unsere dedizierte Seite zur KPI-Berechnung.
